Praxistipp Nummer 7

Warum Dokumentation und Verwaltungsaufwand so viel Zeit frisst und wie Sie das reduzieren

Lückenlose Dokumentation 
Nach der letzten Tour setzt sich die Pflegekraft noch einmal an den Schreibtisch oder muss es abends nachholen. Vitalwerte, Medikamentengabe, Besonderheiten: Alles muss erfasst werden, oft händisch auf Papier, teils zusätzlich digital nachgetragen. Das passiert nicht nebenbei, sondern kostet Zeit, die eigentlich der Pflege von Patientinnen und Patienten oder der eigenen Erholung gehören würde.

Warum das passiert
Gesetzliche Vorgaben verlangen eine lückenlose, nachvollziehbare Dokumentation jeder Pflegemaßnahme. Das ist notwendig und nicht verhandelbar. Vor Ort beim Patienten fehlt aber häufig die Zeit oder das passende Werkzeug, um direkt zu dokumentieren, also wird zunächst auf Papier oder im Kopf notiert und später am PC nachgetragen. Genau hier entsteht der Doppelaufwand. Erschwerend kommt hinzu, wenn Informationen zu einem Patienten verteilt vorliegen, z.B. in der Pflegeakte, im Dienstplan, bei der jeweiligen Kollegin. So entsteht zusätzlicher Suchaufwand während der Patientendokumentation.

Drei Fragen für Ihren Betrieb

  • Wird bei Ihnen an manchen Stellen doppelt dokumentiert, einmal auf Papier, einmal digital?
  • Erfolgt die Dokumentation direkt beim Patienten, oder sammelt sie sich bis zum Schichtende an?
  • Wie viel Zeit geht verwenden Ihre Pflegekräfte pro Schicht schätzungsweise für Dokumentation und deckt sich das mit dem, was Sie erwartet hätten?

Tipp
Lassen Sie zwei oder drei Mitarbeitende in den nächsten fünf Arbeitstagen kurz notieren, wie viel Zeit sie täglich für Dokumentation aufwenden unterteilt nach vor Ort beim Patienten und nachträglich am Schreibtisch. Der Unterschied zeigt oft sehr genau, wo sich mit wenig Aufwand am meisten Zeit zurückgewinnen lässt.

Fazit
Viel Dokumentationsaufwand entsteht nicht durch die Vorschriften selbst, sondern durch die Art, wie dokumentiert wird. Wer Informationen direkt vor Ort erfasst und doppelte Arbeit vermeidet, spart nicht nur Zeit im Büro und am Schreibtisch. Gleichzeitig bleibt mehr Zeit für die eigentliche Pflege. Weniger Zeit für Dokumentation bedeutet deshalb nicht weniger Sorgfalt, sondern mehr Zeit für das, worauf es wirklich ankommt.

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